MOVING ON 2.0 – XDC im Vergleich zu den Science Based Targets

XDC im Vergleich zu den Science Based Targets

Welcher methodische Rahmen trägt ein Klimaziel nicht nur wissenschaftlich, sondern auch in der Umsetzung und Kommunikation? Diese Frage steht im Mittelpunkt unseres Whitepapers MOVING ON.

 

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Das Paper vergleicht die Science Based Targets mit der X-Degree Compatibility entlang der Fragen, die für Unternehmen praktisch relevant sind: Wie wird ein Klimaziel hergeleitet? Wie werden Wachstum, Scope 3 und bereits erbrachte Reduktionen berücksichtigt? Wie lässt sich das Ziel mit konkreten Maßnahmen verbinden? Wie wird die tatsächliche Entwicklung überprüft? Und welche Grundlage braucht es, um darüber künftig belastbar kommunizieren zu können?

Die aktuelle Fassung berücksichtigt den Corporate Net-Zero Standard V2 der Science Based Targets initiative und die ab dem 27. September 2026 anzuwendenden Anforderungen der Empowering Consumers Directive, kurz EmpCo. Damit geht der Vergleich bewusst über die reine Zielmethodik hinaus. Denn die entscheidende Frage lautet künftig nicht mehr nur: Hat ein Unternehmen ein wissenschaftsbasiertes Klimaziel? Entscheidend wird, ob Ziel, Plan, Umsetzung und Kommunikation nachweisbar zusammenpassen.

EmpCo verschiebt den Maßstab

Klimaziele waren lange vor allem eine Frage der Ambition: Ist das Unternehmen auf 1.5°C oder Net Zero ausgerichtet? Wurde das Ziel von der SBTi validiert?

Mit der EmpCo verschiebt sich der Maßstab vom Bekenntnis zur Belegbarkeit. Wer gegenüber Verbrauchern über eine künftige Umweltleistung spricht, braucht klare und überprüfbare Verpflichtungen, einen detaillierten und realistischen Umsetzungsplan, messbare und zeitgebundene Ziele sowie die dafür vorgesehenen Ressourcen. Plan und Fortschritt müssen regelmäßig unabhängig geprüft und die Ergebnisse zugänglich gemacht werden.

Ein realistischer Transitionsplan ist dabei nicht dasselbe wie ein linearer Reduktionspfad. Unternehmen investieren nicht jedes Jahr im gleichen Umfang. Anlagen werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten ersetzt, Maßnahmen entfalten ihre Wirkung mit Verzögerung, Wertschöpfung und Produktion verändern sich, und ein erheblicher Teil der Emissionen liegt häufig außerhalb des direkten Einflussbereichs.

Entscheidend ist deshalb nicht, dass die Emissionen einer theoretisch glatten Linie folgen. Entscheidend ist, dass Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Zeitpunkte, Ressourcen und Annahmen nachvollziehbar zusammenpassen. Der Plan muss zeigen, welche Wirkung erwartet wird, wie diese Wirkung gemessen werden kann und wie weit das Unternehmen damit innerhalb seines 1.5°C-Budgets kommt. Die regelmäßige Prüfung macht sichtbar, was umgesetzt wurde, welche Wirkung tatsächlich eingetreten ist und wo der Plan angepasst oder erweitert werden muss.

Neue offene Fragen rund um die SBTi

Seit der Fertigstellung des Whitepapers im Juli 2026 hat die SBTi ihre Communication Guidelines an die EmpCo angepasst. Darin stellt sie ausdrücklich klar: Die SBTi validiert die Übereinstimmung eines Ziels mit ihren Kriterien. Sie validiert jedoch weder die Unternehmensstrategie noch den Transitions- oder Umsetzungsplan und auch nicht den tatsächlichen Fortschritt.

Zugleich weist die SBTi darauf hin, dass Aussagen über SBTi-validierte Ziele als Aussagen über eine künftige Umweltleistung gelten können und deshalb einen EmpCo-konformen Umsetzungsplan benötigen. Für ihr Logo empfiehlt sie derzeit, die Verwendung auf B2B-Kommunikation zu beschränken und es nicht gegenüber EU-Verbrauchern einzusetzen. Ob das zugrunde liegende System alle Anforderungen erfüllt, die EmpCo an ein Zertifizierungssystem für Nachhaltigkeitssiegel stellt, bleibt damit offen. Für den Corporate Net-Zero Standard V2 ist zudem eine eigene Claims Policy angekündigt.

Weitere Fragen entstehen durch die konkrete Reichweite eines SBT. Eine SBTi-Validierung kann unterschiedliche Ambitionsniveaus, Scope-Abdeckungen und Zieltypen umfassen. Ein Supplier Engagement Target belegt beispielsweise, dass Lieferanten zur Setzung eigener Ziele bewegt werden sollen. Es belegt noch nicht, dass die betreffenden Emissionen tatsächlich sinken, ein belastbarer Umsetzungsplan besteht oder die gesamte Wertschöpfungskette auf einem 1.5°C-Pfad liegt.

Ein SBT bleibt damit ein wichtiger wissenschaftsbasierter Zielstandard. Unter der EmpCo ist seine Validierung aber nicht automatisch der vollständige Nachweis für die Aussage, die Unternehmen daraus oft ableiten möchten.

Was XDC anders macht

XDC trennt Ziel, Plan und tatsächliche Entwicklung, bringt sie aber in einer gemeinsamen °C-Systematik zusammen:

  • Die Target XDC zeigt die Klimawirkung des formulierten Ziels.
  • Die Scenario XDC berechnet die Wirkung der konkret geplanten Maßnahmen einschließlich Wachstum und Umsetzungszeitpunkten.
  • Der XDC Track Record zeigt, welche Klimaperformance mit den berichteten Daten tatsächlich erreicht wurde.

So wird sichtbar, ob ein Ziel durch den Plan getragen wird, wie lange der aktuelle Plan innerhalb des 1.5°C-Budgets bleibt und welche zusätzlichen Maßnahmen den verfügbaren Runway verlängern können. Das XDC-Badge-Scheme ergänzt diese Methodik um ein öffentliches Regelwerk, unabhängige Zertifizierer, regelmäßige Prüfungen und ein öffentliches Register.

MOVING ON zeigt, wann ein SBT sinnvoll sein kann, wann XDC die passendere Grundlage bildet und wie sich beide Ansätze ergänzen lassen. Im Mittelpunkt steht keine abstrakte Methodenentscheidung, sondern die praktische Frage, welcher Rahmen Ziel, Plan, Umsetzung und Kommunikation belastbar miteinander verbindet.

Hier MOVING ON herunterladen und SBTi und XDC im Kontext der EmpCo vergleichen.

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