Fragen & Antworten

Über right. based on science

Seid ihr mit der Science-Based Targets Initiative (SBTi) verbunden?

Wir sind nicht mit der Science-Based Targets Initiative (SBTi)  verbunden. Allerdings sind viele unserer Kunden der SBTi beigetreten und haben Klimaziele definiert, die den SBTi-Kriterien entsprechen.
Unsere Software hilft diesen Unternehmen dabei, ihren Weg zu einem solchen Ziel zu planen, nachzuhalten und zu steuern.

Wie sich die Science Based Targets und die X-Degree Compatibility (XDC) methodisch unterscheiden und ergänzen, zeigt unser Whitepaper MOVING ON 2.0.

Empfehlt ihr Maßnahmen, Investitionen oder Technologien, mit denen mein Unternehmen Emissionen reduzieren / Paris-kompatibel werden kann?

Wir sind überzeugt, dass Sie die Lage, den Markt, die Chancen und Herausforderungen Ihres Unternehmens selbst am besten kennen. Deshalb geben wir keine vorgefertigten Maßnahmen oder Technologiepfade vor, die befolgt werden müssen, um einem gewissen Standard zu entsprechen.
Mit unseren Metriken und Tools bleiben Sie am Steuer: Sie definieren Ihre glaubwürdige, wissenschaftsbasierte Klimastrategie, indem Sie berechnen, auf welchem Temperaturkurs Sie derzeit sind (Temperature Alignment) und wie zukünftige Investitionen und Pläne sich darauf auswirken würden.

Könnt ihr uns helfen, Net Zero oder Klimaneutralität zu erreichen?

Unsere Software hilft Ihnen, einen Pfad von Ihrer derzeitigen Ausgangslage bis zu einem gewünschten Ziel in der Zukunft zu definieren, etwa Net Zero in einem bestimmten Jahr.
Sie können damit identifizieren, welche Geschäftsbereiche bereits mit diesem Pfad vereinbar sind und welche noch nicht. Außerdem können Sie damit prüfen, wie sich bestimmte Investments oder Geschäftsentscheidungen auf Ihren Klimakurs auswirken würden.
Auf dieser Grundlage können Sie selbst entscheiden, welche Änderungen an bspw. Geschäftsmodell, Produkten, Lieferketten oder Energieversorgung für Ihr Unternehmen richtig sind.

Seid Ihr eine NGO? Wer sind Eure Kunden?

Wir sind ein For-Profit Unternehmen, das hauptsächlich für Kunden aus der Real- und Finanzwirtschaft tätig ist (Unternehmen diverser Branchen, Banken, Finanzdienstleistung etc.)
right° wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass Unternehmen und Finanzmarktakteure einen Wert darin sehen, ihre Klimawirkung zu verstehen und ihre Geschäfte in Einklang mit dem ‚unter zwei Grad‘ Ziel zu bringen. Denn beides bedeutet, materielle Risiken zu mindern und die dauerhafte License-to-Operate zu erhalten.

Wie unterscheidet ihr euch vom Carbon Footprint (CO2 Fußabdruck)?

Die X-Degree Compatibility (XDC)-Analyse ist der nächste Schritt, nachdem der Carbon Footprint eines Unternehmens ermittelt wurde (d. h. seine Scope 1-, 2- und 3-Emissionen). Ein lohnender Schritt, denn:
Emissionen gemessen in tCO2 oder tCO2e (CO2-Äquivalenten) sind schwer zu fassen und zu visualisieren. Es ist nicht unmittelbar ersichtlich, welche Auswirkungen sie tatsächlich auf den Klimawandel haben. Eine °C-Metrik ist greifbar, leicht zu verstehen und steht in direktem Bezug zu dem gemeinsamen Ziel, das die Weltgemeinschaft im Pariser Abkommen festgelegt hat: den globalen Temperaturanstieg auf 1,5°C oder zumindet deutlich unter 2°C zu begrenzen.
Ein Carbon Footprint ist in der Regel rückwärtsgerichtet und kann daher kaum zur Steuerung verwendet werden. Das XDC Modell ist zukunftsgerichtet („forward-looking“). Es wendet szenariobasierte Annahmen an, um Entwicklungspfade von einem Basisjahr bis 2100 zu projizieren. Es kann daher auch genutzt werden, um verschiedene Szenarien zu vergleichen, z. B. ein „Business as usual“- und ein „High Growth“-Szenario.

Über das X-Degree Compatibility Modell und XDCs

Warum nutzt ihr die Bruttowertschöpfung (BWS)? Was hat Wertschöpfung mit Klimawandel zu tun?

Es hat drei wesentliche Vorteile, die BWS (engl: GVA) zu nutzen, um die Ökonomische Emissionsintensität (engl.: EEI) eines Unternehmens oder Portfolios zu berechnen:

  1. BWS verhält sich zu einem Unternehmen wie das BIP zu einem Staat. Der EU Green Deal zielt auf die Entkopplung von wirtschaftlichem Wachstum (BIP) und Ressourcenverbrauch. Indem wir BWS in Relation zu Emissionen betrachten, folgen wir der gleichen Logik.
  2. BWS spricht die Sprache der Unternehmen und Realwirtschaft. Das ist wichtig, da hier die Emissionen eingespart werden müssen.
  3. Da die globale BWS eine fixe Summe ist (jährlich von der Weltbank veröffentlicht), kann sie genutzt werden, um die Emissionsintensität einer wirtschaftlichen Einheit auf das globale Level zu skalieren. Damit lässt sich ausdrücken: Was wäre, wenn die ganze Welt sich so verhalten würde wie diese Einheit? Das schafft Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen verschiedener Größe und Herkunft. Es ist auch ein wesentlicher Bestandteil robuster Net Zero-Pläne.

Stimmt es, dass ein Unternehmen seine XDC reduzieren kann, indem es seine BWS erhöht, ohne die Emissionen zu reduzieren?

In der Theorie ist das möglich. Wenn die BWS steigt und Emissionen konstant bleiben, fällt das die XDC.
Aber: Unsere Erfahrung zeigt, dass es eine große Herausforderung ist, diese Theorie in die Praxis zu übertragen– eine, die neue Herangehensweisen an Betrieb, Produktion, Beschaffung, Vertrieb usw. erfordert. In anderen Worten: Unternehmen müssen dafür neue Wege finden, Wertschöpfung zu kreieren, ohne die Emissionen zu steigern.

Berücksichtigt das XDC Modell alle Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte (z.B. Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung, Menschenrechte, ...)?

Bisher ist das XDC Modell auf die Erderwärmung und Treibhausgas-Emissionen (CO2e) fokussiert. Ansätze zur Integration weiterer Nachhaltigkeitsfaktoren werden im Rahmen unseres Forschungsprojekts right. open erforscht, wo wir gemeinsam mit akademischen Wissenschaftler*innen das XDC Modell weiterentwickeln und verbessern.

Was bedeutet eine XDC von 2,7 °C?

Eine XDC von 2,7 °C bedeutet: Würde die ganze Welt so wirtschaften wie das betrachtete Unternehmen, würde sich die Erde bis 2100 um 2,7 °C erwärmen. Das liegt deutlich über dem Ziel des Pariser Abkommens, die Erwärmung auf 1,5 °C oder zumindest deutlich unter 2 °C zu begrenzen.

Wichtig ist, welche XDC gemeint ist. Die Baseline XDC nimmt an, dass das Unternehmen seine Emissionen nicht weiter senkt. Die Szenario XDC zeigt, wo das Unternehmen landet, wenn es seine Klimaziele umsetzt. Liegt die Baseline XDC etwa bei 2,7 °C und die Szenario XDC bei 1,6 °C, bringt die Umsetzung der Ziele das Unternehmen nahe an den 1,5-°C-Kurs.

Wie unterscheidet sich die XDC von einem Implied Temperature Rise?

Die XDC ist eine Form des Implied Temperature Rise: Sie drückt die Klimawirkung einer wirtschaftlichen Einheit als Erwärmung in °C aus.

Kennzeichnend für das XDC-Modell sind drei Schritte. Es setzt die Emissionen (Scope 1 bis 3) ins Verhältnis zur Bruttowertschöpfung, also EBITDA plus Personalkosten. Es vergleicht diese Emissionsintensität mit einem sektorspezifischen 1,5-°C-Pfad und überträgt die Klimaperformance auf die ganze Welt. Und es übersetzt die daraus folgenden Emissionen mit dem Klimamodell FaIR Jahr für Jahr in eine Temperatur. Dadurch lassen sich Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche direkt vergleichen, und Szenarien wie „keine weitere Reduktion“ und „Klimaziel erreicht“ stehen nebeneinander.

Wie passt die XDC zu einem Transitionsplan nach ESRS E1?

ESRS E1 verlangt von berichtspflichtigen Unternehmen, ihren Transitionsplan offenzulegen und zu erläutern, wie er mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C vereinbar ist. Die XDC macht diese Vereinbarkeit messbar.

Die Baseline XDC zeigt den Ausgangspunkt, die Szenario XDC den Kurs, wenn das Unternehmen seine Reduktionsziele umsetzt. Im XDC Climate Explorer lassen sich Ziele, Maßnahmen und Wachstumsannahmen simulieren und mit dem 1,5-°C-Pfad des eigenen Sektors vergleichen. Werden neue Emissions- und Wertschöpfungsdaten nachgetragen, bleibt sichtbar, ob der Plan auf Kurs ist oder nachgeschärft werden muss. Mehr dazu im Beitrag ESRS & XDC.

Wie oft wird eine XDC aktualisiert?

Eine XDC bezieht sich immer auf ein Basisjahr und lässt sich neu berechnen, sobald neue Emissions- und Wertschöpfungsdaten vorliegen.

Im XDC Climate Explorer können Unternehmen ihre Daten bis zum letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr nachtragen. Die XDC-Metriken passen sich dann automatisch an. So wird sichtbar, ob ein Unternehmen seinen 1,5-°C-Pfad hält oder ob es mehr emittiert hat, als sein Budget erlaubt, und der Plan nachgeschärft werden muss.

Darf ein Unternehmen mit seiner XDC werben?

Ein Unternehmen kann über seine XDC berichten, etwa im Nachhaltigkeitsbericht oder im Gespräch mit Investoren und Kunden. Dazu gehören immer die Angaben, auf die sich die Zahl bezieht: Basisjahr, Baseline oder Szenario XDC und die Datengrundlage.

Die XDC ist eine Berechnung auf Basis der eingegebenen Daten, kein Siegel und kein Zertifikat, denn das XDC-Modell prüft die Inputdaten nicht. Für Werbung gegenüber Verbrauchern gelten seit dem 27. September 2026 strengere Regeln: Aussagen über die künftige Umweltleistung brauchen einen konkreten Umsetzungsplan und eine unabhängige Überprüfung. Was das im Einzelnen heißt, ordnen wir im Beitrag Drei Fragen an jede Zukunftsaussage ein. Im Zweifel sollte die konkrete Aussage rechtlich geprüft werden.

Hat das XDC-Modell etwas mit dem XDC Network oder dem XDC-Token zu tun?

Nein. XDC steht bei right° für X-Degree Compatibility: ein wissenschaftlich fundiertes Modell, das die Klimawirkung von Unternehmen, Immobilien, Portfolios und Staaten in °C ausdrückt. Das XDC Network ist eine davon unabhängige Blockchain.

Datenqualität und Quellen

Welche Daten benötigt ihr für eine XDC Analyse?

Die Eingangsdaten für unsere Berechnungen variieren je nach Art des betrachteten Unternehmens.

  1. Für Unternehmen, einzelne Aktien, Anleihen und Kredite: Bruttowertschöpfung (EBITDA und Personalkosten) sowie Emissionen (Scopes 1-3 in CO2e) aus dem gleichen Basisjahr.
  2. Für Portfolios von Aktien, Anleihen oder Krediten: ISINs für alle Wertpapiere im Portfolio und deren Portfoliogewichte.
  3. Für Staatsanleihen: Eine Liste der erforderlichen Länder. (Die Emissionsintensität wird hier als CO2e/Kopf gemessen.)
  4. Für Immobilien: Brutto-Innenfläche, Emissionen (Ansatz für das gesamte Gebäude und flüchtige Emissionen, falls zutreffend), Gebäudenutzung, Land, Basisjahr.

Welche Emissionsdaten und Kategorien berücksichtigt ihr? Betrachtet ihr nur Kohlenstoff (CO2)?

Wir decken alle direkten und indirekten Emissionen in den Scopes 1, 2 und 3 nach dem Greenhouse Gas Protocol ab. Dazu gehören neben Kohlendioxid auch andere Treibhausgase wie Lachgas, Methan und F-Gase, gemessen in CO2-Äquivalenten (CO2e).

Woher bekommt ihr eure Daten?

Unser Anbieter von Emissionsdaten ist Urgentem. Unser BWS-Datenlieferant ist FactSet Research Systems.
Kunden, die einen XDC Climate Impact Report anfordern oder den XDC Scenario Explorer nutzen, können ihrer Analyse auch eigene Daten und Annahmen zugrunde legen.
Wir arbeiten auch mit Partnern wie Stakeholder Reporting zusammen, um Unternehmen zu unterstützen, die noch nicht über alle oder einige der erforderlichen Emissionsdaten verfügen.

Wie geht ihr mit Datenlücken, Unsicherheit und fehlender Standardisierung von Daten – besonders Scope 3 Emissionen – um?

Wir arbeiten mit Daten eines externen Datenanbieters (Urgentem), der Datenlücken füllt, sofern die Berichterstattung unvollständig ist. Wenn wir die Daten erhalten, führen wir selbst zusätzliche Plausibilitätsprüfungen durch. Die Daten, die uns Unternehmen übermitteln, werden mit Branchendurchschnitten verglichen, um sicherzustellen, dass wir Lücken erkennen und die Zuverlässigkeit gewährleisten.

Unser XDC Modell-Team arbeitet derzeit an der Quantifizierung von Unsicherheiten, um letztendlich Daten aus verschiedenen Quellen vergleichbar zu machen.

Wie geht ihr mit der Doppelzählung von Emissionen um?

Wir berücksichtigen 100% der Scope 1- (direkt) und jeweils 50% der Scope 2- und Scope 3-Emissionen, um Doppelzählungen in den letzten beiden Kategorien auszugleichen.